Renaturierung Lanzengraben

Fließgewässerrenaturierungen tragen zu mehreren Zielen des Stiftungszweckes maßgeblich bei. So findet eine naturschutzgerechte Entwicklung küstennaher Lebensräume statt, die sich auch durch eine Verringerung des Nährstoffeintrages positiv auf die ökologische Stabilität – konkret der westrügenschen Boddengewässer – auswirkt. Am Lanzengraben werden erstmals in Mecklenburg-Vorpommern innerhalb einer Fließgewässerrenaturierung dafür gezielt künstliche Feuchtgebiete zur Nährstoffreduzierung angelegt.

Grabenverlauf zwischen Grünland und Wald

Landschaft am Lanzengraben

beräumter naturferner Gewässerabschnitt

begradigter Graben ohne Schonstreifen

aktuell noch intensive Grabenbewirtschaftung

künftiger Überflutungsraum des Lanzengrabens

Datencheck
Projektträger Wasser- und Bodenverband "Rügen"
Gesamtkosten 579 T€
Finanzierungsanteil OSTSEESTIFTUNG 46.000 €
Zeitraum 2013 – 2015

Situation

Der Lanzengraben liegt im zentralen Teil Rügens westlich von Bergen. Der für die Renaturierung vorgesehene Abschnitt schließt an den ökologisch intakteren Bachverlauf der Duwenbek an, die später in Nebengewässer des Schaproder Boddens mündet. Im Einzugsgebiet des Lanzengrabens befinden sich vor allem landwirtschaftliche Flächen mit intensiver Nutzung. Das Gewässer ist derzeit noch im gesamten Bereich als begradigter Graben ausgebildet.


Eine Renaturierung mit der Herstellung eines ausreichenden, mindestens 30 m breiten Korridors ist aufgrund der fehlenden Flächenverfügbarkeit zunächst nur in einem Teilabschnitt des Gewässerverlaufes möglich.

Renaturierungsziele

Als Ergebnis der Renaturierung wird ein mäandrierendes, teilweise beschattetes Gewässer entstehen, das für Fische und Wirbellose vollständig ökologisch durchgängig ist. Erstmals werden zusätzlich künstliche Retentionsräume angelegt. Damit soll neben einer verringerten Abflussgeschwindigkeit vor allem der Nährstoffeintrag in die flachen westrügenschen Bodden reduziert werden. Eine naturnahe Profilierung wird künftige Unterhaltungseingriffe weitgehend überflüssig machen, so dass sich gewässertypische Habitate mit einer entsprechenden Artenausstattung und Strukturvielfalt herausbilden können.

Ergebnisse

Nach der Fertigstellung im Oktober 2015 sind in einem Teilabschnitt des Lanzengrabens ein neuer Seitenarm und zusätzliche Rückhalteräume entstanden. Das Gewässer erhielt neue Uferrandstreifen mit Gehölzen aus Erlen und Weiden. Über zwei Sohlschwellen wird der Wasserspiegel leicht angehoben. Das Wasser wird dadurch in die angrenzende Feuchtwiese gelenkt, wo die Nährstofffrachten in Biomasse festgelegt werden können.

Seitenarm als Gewässervergrößerung

Grabenerweiterung mit Strukturelementen

Ruhezonen und Baumbepflanzungen

Stauschwelle zur Wasserstandsanhebung

Wiesenfläche zur Wasserregulierung