Renaturierung Marlower Bach

Fließgewässerrenaturierungen tragen zu mehreren Zielen des Stiftungszweckes maßgeblich bei. Hier findet eine naturschutzgerechte Entwicklung küstennaher Lebensräume statt, die sich auch durch eine Verringerung des Nährstoffeintrages positiv auf die ökologische Stabilität – konkret des Großen Jasmunder Boddens als Küstengewässer – auswirkt. Daneben sind Beiträge zur Verbesserung der Bedingungen für geschützte Arten zu erwarten.

Lerchenspornblüte

mäandrierendes Bachbett im Erlenbruch

Überfahrt mit schlechter ökologischer Durchlässigkeit

Auswirkungen eines fehlenden Schonstreifens

Prallhang

Oberlauf mit Ausfluss aus einer Verrohrung

Datencheck
Projektträger Gemeinde Sagard
Gesamtkosten ca. 2,1 Mio €
Finanzierungsanteil OSTSEESTIFTUNG 85.000 €
Zeitraum 2017 – 2019

Situation

Der Marlower Bach liegt auf der Insel Rügen im Bereich Jasmund (Gemeinde Sagard, Amt Nord-Rügen, Landkreis Vorpommern Rügen). Er entspringt im Nationalpark Jasmund, ist ca. 9 km lang und überwindet auf seinem nach Westen führenden Weg mehr als 100 m Höhenunterschied. Auf der Höhe von Sagard mündet der Bach in den Großen Jasmunder Bodden. Das Einzugsgebiet des Marlower Baches umfasst 10 km². Der parallel in den Bodden fließende Sagarder Bach wird derzeit ebenfalls renaturiert.

Der Marlower Bach ist durch Begradigungen, teilweise Verrohrung und die Ausbildung und regelmäßige Unterhaltung eines technischen Regelprofils erheblich gestört. Zudem ist das Gewässer durch einen Sohlabsturz und mehrere Kreuzungsbauwerke für wandernde Tierarten nicht durchgängig. Daneben gibt es vereinzelte punktuelle und typische diffuse Nährstoffeinträge aus dem Einzugsgebiet.

Renaturierungsziele

Ziel der Renaturierung ist das Erreichen eines guten ökologischen Zustandes gemäß Wasserrahmenrichtlinie. Für den benachbarten Sagarder Bach gibt es historische Nachweise als Laichgewässer für die streng geschützten Meerforellen und Bachneunaugen. Aufgrund vergleichbarer Beschaffenheit ist auch der Marlower Bach ein potenzielles Laichgewässer.

Als Ergebnis der Renaturierung wird durchgängig ein mäandrierendes, beschattetes Gewässer entstehen, das für Fische und Wirbellose vollständig ökologisch durchgängig ist und einen breiteren Talraum einnehmen wird. Durch eine naturnahe Profilierung werden künftige Unterhaltungseingriffe minimiert.